Geschichte der Freimaurer

Der eigentliche Ursprung der Freimaurerei ist bis heute nicht vollends nachgewiesen bzw. historisch zweifelsfrei belegt. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn verschwiegene Gesellschaften haben wenig schriftliches hinterlassen. Die wahren Ursprünge der Freimauerei liegen im Dunkel der Geschichte. Das Brauchtum wurde nur mündlich und auch nur an wenige „Eingeweihte“ weitergegeben. Unstrittig ist jedoch, dass die Entstehung der heutigen Freimaurerei auf die Dombauhütten des Mittelalters zurückzuführen ist.

Bauhütten werden in der englischen Sprache „Lodges“ genannt. Hieraus leitet sich das Wort „Loge“ ab. Bauhütten hat es schon in der Antike gegeben. Hier sei unter anderem der ägyptische Pyramiden- und der griechische Tempelbau genannt. Mittlerweile werden die Freimaurer von anerkannten Wissenschaftlern in die Nähe der alten Mysterienbünde gerückt und als eine der letzten „Initiationsgemeinschaften“ bezeichnet. Obwohl die Freimaurer tatsächlich auch die Symbolik aus dieser Zeit nutzen, ist jedoch ein Zusammenhang der heutigen Freimaurerei mit der Antike wissenschaftlich nicht zu belegen.

Oftmals wird darauf verwiesen, dass die früheren geistlichen Ritterorden, wie zum Beispiel die Malteser oder die Templer, großen Einfluss auf die heutige Freimaurerei genommen haben. Wenn man sich zum Beispiel etwas genauer auf der britischen Insel, insbesondere in London, umschaut, dann wird man bemerken, dass eine gewisse Verbindung zwischen den legendären Tempelrittern und den Freimaurern nicht von der Hand zu weisen ist. Auch bei der Gründung unseres Ordens im Jahre 1770 spielten diese geistlichen Ritterorden eine sehr große Rolle. Jedoch nicht als kämpfende Kriegsmönche, sondern als ideelle Vorbilder, welche die weltliche Bodenständigkeit mit der geistlichen Disziplin zusammenführten.

Um Mitglied in den Vereinigungen der damaligen Kunsthandwerker (aus dem engl.: Freemason = Freimaurer) in den Steinmetzbruderschaften des Sakralbauwesens zu werden, wurde unter anderem ein hoher Bildungsgrad und auch ein edles Betragen gefordert. Insbesondere in der Gotik wurden durch die Steinmetzbruderschaften lichtdurchflutete Kathedralen mit gewaltigen Fenstern und hohen Decken gebaut. Ein Ausdruck des Strebens nach Erleuchtung. Hier sollte dem „Unfassbaren“ Ausdruck verliehen werden. Dieses ist auch gelungen, denn wenn wir heute eine gotische Kathedrale, wie zum Beispiel den Kölner Dom betreten, dann staunen wir immer noch über die Baukunst und über die Fertigkeiten dieser Handwerker und Baumeister der vergangenen Zeit. Der Legende nach schlug Martin Luther seine 95 Thesen am 31.10.1517 an die Schloßkirche zu Wittenberg.

Die Reformation brachte das religiöse Weltbild ins wanken. Im späteren Dreißigjährigen Krieg kommt der Sakralbau nun endgültig zum erliegen. Große Gotteshäuser waren grundsätzlich nicht mehr erforderlich. Die Tage der Steinmetzbruderschaften auf dem europäischen Festland waren nun gezählt. Trotzdem konnte die Bruderschaft ihr Wissen und ihr Brauchtum auf die britische Insel (England und Schottland) in die Neuzeit retten.

Hier wurden dann erstmals Nichthandwerker als „accepted masons = angenommene Maurer“ in die Bruderschaft aufgenommen. Hierbei handelte es sich dann auch um Adlige, Wissenschaftler und Künstler. Unter Beibehaltung des Brauchtums, wie z. B. die Verpflichtung zur Verschwiegenheit, konnten die Brüder sich nun dem offenen Geist hingeben, der in den Logen gepflegt wurde und revolutionäre Ideen und Gedanken austauschen, welche hervorragend in diese Zeit der Aufklärung passten. Mittlerweile gehörten auch Voltaire, George Washington, Johann Wolfgang von Goethe und Wolfgang Amadeus Mozart der Bruderschaft der Freimaurer an, um nur einige zu nennen.

So wurde der konkrete Bau auch mit dem Aufbau des Inneren des Menschen verglichen: „Lasst uns vorstellen, es soll eine Kirche gebaut werden und es wird gewünscht, dass diese aus Natursteinen gebaut werde. Dann muss doch zuerst der Stein bearbeitet werden, damit er in das Bauwerk passt. Kanten und Unregelmäßigkeiten müssen bearbeitet werden. Man benutzt einen Winkel, um zu prüfen, ob der Stein rechtwinkelig ist.

Man kann eine Wasserwaage benutzen, um zu prüfen, ob der Boden, auf dem gebaut werden soll, auch waagerecht ist. Man kann ein Lot benutzen, um zu prüfen, ob der Bau auch senkrecht ist. Man benötigt ein Reißbrett, um die Grundrisse und andere Details des Baus zu zeichnen. Für alle denkbaren Arbeiten benötigt man Werkzeuge, wie zum Beispiel den Hammer, die Kelle, den Zirkel, das Winkelmaß, usw..

Und diese Werkzeuge müssen dann auch umsichtig und intensiv benutzt werden. Wenn die Arbeit erfolgreich sein soll, dann müssen die Vernunft, das Wissen und auch das Gewissen miteinbezogen werden, damit der Bau des eigenen, inneren Tempels durch Weisheit und mit Stärke zur Schönheit vollbracht werden kann.“

 

Als offizielles Gründerdatum der modernen Freimaurerei gilt der 14.06.1717.

In England schlossen sich vier Logen zur ersten Großloge zusammen.

Im Jahr 1723 wurde von James Anderson die Freimaurerische Konstitution formuliert.

Diese ist für alle anerkannten Logen und dessen Brüder bindend.