Die Symbolik gehört zur Grundlage der Freimaurerei. Der Gebrauch von Zeichen und Symbolen ist in der Freimaurerei sehr umfassend und einmalig.

Ein Symbol ist kein Zeichen. Zeichen können im Regelfall eindeutig interpretiert werden, Symbole jedoch nicht. Die Menschen benötigen aber Symbole, um ihr Leben zu ordnen. Das Wichtige ist das Erleben und die Auseinandersetzung mit der Symbolik, damit sie persönlich interpretiert werden kann. Dieselben oder sehr ähnliche Symbole verbinden die Freimaurer in allen Ländern der Erde.

Ein Gemälde kann selbst nach langem Hinsehen mit neuen Erlebnissen und Eindrücken überraschen. Auf die gleiche Weise nutzen die Freimaurer ihre Symbole und ihre Sinnbilder. Erlebnisse, Inspiration und Entwicklung hängen natürlich von den individuellen Voraussetzungen eines Bruders ab. Die Lehre der Freimaurerei ist in einem Gradsystem, auch Erkenntnisstufen genannt, aufgeteilt. Die Symbole, die er in der Loge antrifft, sind von Grad zu Grad unterschiedlich. Aber der gemeinsame Nenner ist der tägliche Bezug zum Leben.

 

Symbole inspirieren zum Nachdenken. Sie verführen nicht zum „stupiden Auswendiglernen“. Um ein Symbol zu deuten spielt also die Erkenntnis, welche man selber bereits erlangt hat, eine große Rolle. Oftmals werden Symbole jedoch falsch interpretiert. Viele Leute denken zum Beispiel, dass das berühmte „Allsehende Auge“ ein ausschließliches Freimaurersymbol ist. Dem ist nicht so. Es ist ein Gottessymbol, dass unter der Bezeichnung „Auge der Vorsehung“ bereits aus dem alten Ägypten und dem Christentum bekannt ist.

Die Freimaurerei nutzt unter anderem die Symbole der alten Steinmetzbruderschaften, der antiken Mysterienkulte, der Kabbalah und des Christentums. Ein freimaurerisches Zitat aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupery sagt: „Hier ist mein Geheimnis, es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“